Ökostrom

Als Ökostrom bezeichnet man die Energieerzeugung und Versorgung mit regenerativen Energien. Durch ein zunehmend umweltbewusstes Denken der Verbraucher wird Ökostrom in der heutigen Zeit von sehr vielen Unternehmen angeboten. Leider ist der komplette Umstieg auf Ökostrom heute noch nicht möglich, da eine flächendeckende Versorgung der verschiedenen privaten Haushalte und Unternehmen mit den zur Verfügung stehenden Kapazitäten noch nicht erreicht werden kann. Hier herrscht dringender Ausbaubedarf. Der wohl größte Vorteil für Ökostrom sind die unbegrenzten Ressourcen.Aktuell sind die stärksten Vertreter in der Stromerzeugung jedoch noch die fossilen Brennstoffe Erdöl und Kohle oder die stark kritesierte Atomkraft, obwohl deren schlechter Einfluss auf die Natur bekannt ist und vor allem die Atomkraftwerke ein erhebliches Gefahrenpotential aufweisen.


Ökostromgewinnung mit Windkraft, Wasserkraft, Biogas und Solarenergie

Die größten Energiequellen für Ökostrom sind neben der Solarenergie und Photovoltaik derzeit Windkraftwerke, Wasserkraftwerke und Biogasanlagen.


Ökostrom mittels Wasserkraft

In Wasserkraftwerken wird die Energie durch ein Zusammenspiel verschiedener technischer Gerätschaften gewonnen. Durch einen Wasserzulauf (z.B. Ebbe und Flut oder große Flüsse) fließt das Wasser durch Turbinen. Diese gewinnen durch den Wassereinfluss mechanische Energie die auf eine Turbine übertragen wird. Durch die Rotation der Turbinen wandelt ein an die Turbine angeschlossener Generator die kinetische Energie in elektrische Energie um. Dank Wasserkraftwerken ist es möglich einen beachtlichen Teil des benötigten Stroms zu erzeugen. Allein in der Europäischen Gemeinschaft wurden 2008 schon 9,7% der im Netz befindlichen Energie durch Wasserkraftwerke eingespeist. Kernkraft lieferte Vergleichsweise rund 27,8% des benötigten Stroms.


Beispiele für große Wasserkraftwerke: Hoover Dam, Drei-Schluchten-Damm und ein Gezeitenkraftwerk


Ökostrom durch Windkraft

Bei einem Windkraftwerk ist der Prozess ähnlich aufgebaut wie bei einem Wasserkraftwerk. Der Wind treibt die Rotorblätter an, welche durch die Drehung über eine direkt angeschlossen Turbine Rotationsenergie erzeugen. Die gewonnene Rotationsenergie wandelt ein Generator in elektrische Energie um. Der Anteil der Windenergie welche in der Europäischen Union erzeugt wurde ist im Gegensatz zu den umgebenden Ländern deutlich höher. Mit ca. 84.074 Megawatt liegt die EU weit vor China und den USA, welche jeweils ungefähr die Hälfte produzieren. Anteilig an der gesamten Produktion weltweit macht die Produktion der EU 43,25% aus. Die anteilige Produktion von Deutschland an der weltweiten Produktion liegt bei 14% (zum Vergleich: Die Produktion der USA beträgt ca. 20,67%). Forscher der Havard-University fanden heraus, dass man den weltweiten Energiebedarf durch den flächendeckenden Einsatz von von Windkraftwerken bewältigen könnte und es ebenfalls noch zu einer Überproduktion kommen würde. Energie sparen ist in dem Zusammenhang also unnötig.


Ökostrom mit Biogas

Eine weitere wichtige Quelle für regenerative Energie sind Biogasanlagen. In der EU wurden 2008 774.773 GWh Energie aus Biogas erzeugt. Biogasanlagen sind einer der in Deutschland am schnellsten wachsenden Zweige von regenerativen Energien. Von 1999 bis 2009 stieg die Anzahl der Anlagen in Deutschland von 700 auf 4671. Derzeit versorgen Biogasanlagen rund 11 bis 13% des Energiebedarfs und sind somit ein ebenso wichtiger Faktor innerhalb des Umweltbewussten Einsatzes von Energie. Zudem ist Biogas eine der Energien mit der stärksten Wachstumsquote. Daher ist anzunehmen, das der Anteil an Biogas in den kommenden Jahren noch ansteigen wird.


Ökostrom mit Solarenergie / Photovoltaik

Weitere regenerative Energien sind zum Beispiel Solarenergie oder auch Photovoltaik genannt. Jedoch unterliegt die erzeugte Energie in diesem Bereich starken Schwankungen durch Umweltereignisse, die zum Beispiel durchfehlende Sonneneinstrahlung, hervorgerufen werden. Die Leistung von Photovoltaikanlagen liegt heute bei ungefähr 8 GW. Weiterhin gibt es noch die Geothermie und die Solarthermie. Geothermie bezeichnet Erdwärme. Dort ist der stärkste Vertreter die USA mit ungefähr 23.000 MW Stromerzeugung. Solarthermie beschreibt die Umwandlung von Solarenergie in Wärmeenergie.


Ökostrom gekauft - Kernkraft bekommen

Leider ist zu erwähnen, dass der Verbraucher welcher sich für Ökostrom entscheidet nicht unbedingt nur Ökostrom bekommt. Jeder Verbraucher bezieht seinen Strom aus dem gemeinsam genutzten Stromnetz der Versorger, eine strikte Trennung der Herrstellungsenergie ist hier also nicht möglich. Jedoch hat der Wechsel zu Ökostrom einen Einfluss auf den Strommix im Netz. Wenn man zu einem Ökostromanbieter wechselt, verpflichtet sich dieser die genutzte Energie des Verbrauchers ins Stromnetz einzuspeisen. Das heißt, das ein verstärkter Bezug von Ökostrom somit direkten Einfluss auf die Zusammensetzung des Strommix hat und dieser zu immer größeren Teilen aus umweltfreundlicher Energie besteht.


Fazit:

Ökostrom bietet dem Verbraucher viele Vorteile. Als erstes sei zu erwähnen, dass der CO2 Ausstoß durch den vermehrten Einsatz von Ökostrom massiv eingedämmt werden kann. Der größte Teil des in der Atmosphäre, befindlichem CO2, durch Energieerzeugung, ist durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle und ÖL dorthin gelangt.Durch die verbreitete Benutzung von Ökostrom, kann bei einer Ausbauung des Netzes der weltweite Treibhauseffekt und damit die globale Erwärmung eingedämmt werden. Dies hat auch ein verringertes Gefahrenpotential zur Folge, da Atomkraftwerke durch die nicht mehr benötigte Energie abgeschaltet werden können. Jedoch muss bis zu diesem Zeitpunkt die Herstellung von Ökostrom verstärkt vorangetrieben werden. Ebenfalls kann durch eigene Photovoltaik-, Biogas- und Biomasseanlagen selber Strom erzeugt werden. Diese privaten Kraftwerke werden von staatlicher Seite subventioniert. Außerdem wird der erzeugte Strom, welcher nicht für die eigene Versorgung benötigt wird, wieder in das Stromnetz eingespeist und man erhält Geld für die Stromerzeugung. Zwar rentieren sich diese Anlagen durch den hohen Anschaffungspres Preis erst nach einigen Jahren aber durch den erzeugten Strom kann man bereits am Anfang die Stromkosten eindämmen, sofern man sich dazu entscheidet nicht alles einzuspeisen.